
Am 4./5. März 2009 fand die Tagung der Arbeitskreise in Berlin statt. Ca. 70 Teilnehmer suchten den intensiven Austausch zu grundlegenden Themen der Studien- und Studierendenberatung jenseits tagesaktueller, politischer Ereignisse. Die HTW, am Tierpark gelegen, bot dafür den angemessenen Rahmen.
Die Begrüßungsworte des Vizepräsidenten der HTW, Prof. Dr. Klaus Semlinger, stimmten die Teilnehmer treffend auf die Tagung ein. Hochschulleitungen, so seine Adresse, tun gut daran, die Orientierung der Studienberatung am Klienten zu akzeptieren. Gleichzeitig müsse sich Studienberatung auch an den Bedürfnissen einer Hochschule orientieren. Dieses Spannungsfeld umriss Semlinger in fünf anschaulichen Thesen.
Spielte noch im Vorfeld der Tagung die aktuelle Diskussion der Ergebnisse des Treffens von Vertretern der HRK mit Ministerin Anette Schavan zu einem zukünftigen Auswahlverfahren eine Rolle, so konzentrierte sich das Gespräch in den Arbeitskreisen deutlich auf die zukünftige Rolle und das Selbstverständnis von Studienberatung in einer sich wandelnden Hochschul- und Studienlandschaft.
Dass sich das Arbeitsumfeld von Studien- und Studierendenberatung in den Hochschulen wandelt, belegten die Arbeitskreise Call Center an Hochschulen und Mentoring-Bausteine in der Studienberatung. Denn zunehmend finden Studentinnen und Studenten als Mentoren in der Studienberatung vielfältigen Einsatz und zunehmend übernehmen Call Center Aufgaben des Clearings wie der Beratung.
Demgegenüber standen der Arbeitskreis Clearing und das Praxisseminar psychologische Beratung. Das Praxisseminar stieg mit typischen Fallbeispielen in seine Arbeit ein, bei denen deutlich wurde, dass veränderte Studienbedingungen auch methodische Weiterentwicklungen in der psychologischen Beratungsarbeit mit Studierenden mit sich bringen. Darüber hinaus bestehen nach wie vor die "klassischen" Clearingstellen an vielen Hochschulen - auch hier werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Erstkontakt in Zukunft mit deutlich differenzierteren Problemen ihrer Klientel zu rechnen haben.
Zwei Arbeitskreise wollten im Wandel Standards festhalten. Der Arbeitskreis Studierenden-Service-Center (SSC) wollte nach der Einrichtung von SSC an vielen Hochschulen Erfahrungen aus dem Aufbau von SSC sichten, um sie für die Planung weiterer SSC an anderen Hochschulen nutzbar zu machen. Der Arbeitskreis Qualifizierung und Professionalisierung von Studienberater/innen befasste sich mit der BMBF-Studie zu »Qualität und Professionalität in Bildungs- und Berufsberatung« sowie dem Papier »Eckpunkte für ein zeitgemäßes und zukunftsfähiges Beratungsangebot in Deutschland« des Nationalen Forum Beratung (nfb), die stark auf die Beratungsangebote der Bundesagentur für Arbeit abheben. Angesichts dieser Herausforderungen muss Studien- und Studierendenberatung verstärkt das eigene Profil und die spezifische Professionalität nach außen vertreten.
Die Ergebnisse der Arbeitskreise wurden im Abschlussplenum der Tagung vorgestellt. Sobald als möglich werden sie auch an dieser Stelle in geeigneter Form zugänglich gemacht. Das Plenum endete mit einem besonderen Dank an Bärbel Kubenz, die sich auf der Kieler Tagung kurzfristig bereit erklärte, die Arbeitskreistagung in Berlin stattfinden zu lassen. Ihr ist der Beweis gelungen, dass man auch in kurzer Zeit mit wenigen Mitteln eine rundum gelungene Tagung auf die Beine stellen kann.
Stefan Hatz
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