Gesellschaft für Information, Beratung
und Therapie an Hochschulen e.V.

Qualität sichern. Qualität weiterentwickeln.

Dass man sich auch in der Theorie mit der Qualität in der Studien- und Psycho­logischen Beratung aus­einander­setzen muss, ist den in der Be­ratung Tätigen ein Gemeinplatz. Dass das in der Praxis auch zu schönen Tagungen führt, bewies das Team der Heidelberger Zentralen Studienberatung auf der ´´´GIBeT-Fachtagung vom 2. bis zum 5. September an der Ruprechts-Karls-Universität.

Qualität und Professionalität in der Beratung

Blick in die Aula der Universität Heidelberg
Blick in die Aula der Universität Heidelberg

Schon die Eröffnung war ein Hingucker: Die Aula der Universität Heidelberg bot einen Rahmen, den auch regelmäßige Tagungsteilnehmer/innen selten erlebten. Gleichwohl sollte der festliche Rahmen nicht vom Eröffnungsvortrag von Peter Weber, Heidelberg, ablenken, der in einer Tour d'Horizon Standards einer qualitativ hoch­stehenden und professionellen Studienberatung umriss und insbesondere neue Heraus­forderungen darstellte. Weber schlug ein Modell eines Qualitätsentwicklungs­rahmens (QER) als ein Gerüst von verschieden Aspekten der Beratung vor. Angesichts der Heterogenität der Beratungsangebote in den Hochschulen und der unter­schiedlichen Qualitätsstandards bedarf es einer Ausdifferenzierung unter Beteiligung der Akteure. Damit war das Thema der Tagung, »Qualität sichern. Qualität weiterentwickeln.«, grundlegend skizziert.

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Gibet_2009_Herbst_Heidelberg.pdf

Tagungsbericht

Vertiefung durch Vorträge

In den folgenden zwei Tagen wurde das Thema weiter vertieft. Am Beginn eines jeden Tages standen jeweils zwei Vorträge die einmal das »Qualität sichern.« in den Blick nahmen: Sicherung der Qualität im Rahmen der Systemakkreditierung (Dr. Anke Rigbers, Mannheim), die Maßstäbe entwickeln hilft, an denen sich die Qualität der konkreten Beratungsleistung messen lässt, und im Hinblick auf Studienkrisen (Prof. Rainer Holm-Hadulla, Heidelberg), exemplarisch ausgeführt an Goethes gut dokumentierten eigenen Bewältigungsstrategien, die auch heute noch einer modernen Beratungspraxis gerecht werden.
Andererseits wurde ebenso das »Qualität entwickeln.« perspektivisch dargestellt: Beratungsleistungen werden am Beispiel Baden-Württembergs in die Schulen hineingetragen (Marja Kukowski-Schulert, Stuttgart), durch Projekte wie »Gscheit studiert.«, die auch die Fortbildung von Lehrer/inne/n u.a. durch Studienberater/innen umfassen. Auch die Hochschulzulassung hat nach langen Jahren des Ringens eine Perspektive entwickelt (Christina Vocke, Bremen), die verspricht, nicht nur den Wünschen der Hochschulen, sondern auch den berechtigten Interessen der Studienbewerber gerecht zu werden. Dies wird auch die Studieneingangsberatung vor neue Herausforderungen stellen.

Verbreiterung durch Workshops

In 28 Workshops wurden für die 163 Tagungsteilnehmer/innen einzelne Facetten von Qualifizierung und Professionalisierung derjenigen, die in der Studien- und Studierendenberatung tätig sind, aufbereitet. Einen Schwerpunkt bildeten hierbei Angebote zu Fragen der Beratung an Übergängen Schule-Hochschule, Bachelor-Master und Hochschule-Beruf; zugleich wurden die Themen der Vorträge nochmals aufgenommen. Die auf den ersten Blick zwar verwirrend scheinende Vielfalt von Workshopangeboten schaffte es dennoch, den Tagungsschwerpunkt zu verbreitern. Dieser Umstand trug wesentlich zur Qualität der Tagung bei.

Schwerpunkt des Vorstands

Der Vorstand der ´´´GIBeT setzte im Rahmen der Tagung einen weiteren Schwerpunkt: Barbara Nickels, Lüneburg, nahm die Anregungen des Arbeitskreise »Qualifizierung und Professionalisierung von Studien­berater/inne/n« aus der Arbeitskreis-Tagung in Berlin auf und führte sie in einem Workshop zu einem Fortbildungscurriculum für neue Studien­berater/innen fort. Ziel der ´´´GIBeT ist es hierbei, in Zusammenarbeit mit regionalen Bildungsträgern bundesweite Fortbildungsangebote zu schaffen.

Mitgliederversammlung ebnet Weg zur Mitgliedschaft im nfb

Der Heidelberger Tagung unmittelbar voraus ging die Mitgliederversammlung der ´´´GIBeT. Die 29 Teilnehmer/innen wählten zunächst einen neuen Vorstand. Vorstands­vorsitzender ist nun Stefan Hatz, der das Amt von Sabina Bieber übernimmt, die im Vor­stand verbleibt. Christa Mock-Mailahn schied nach zweijährigem Engagement im Vor­stand aus und übergibt ihren Platz an Juliane Just-Nietfeld.
Zu den wichtigsten Entscheidungen der Mitgliederversammlung zählt der Beschluss, dass die ´´´GIBeT Mitglied im Nationalen Forum Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung e.V. (nfb) werde. Damit eröffnet sich für die ´´´GIBeT die Möglichkeit, über die Grenzen der Studien- und Studierendenberatung hinaus an der Entwicklung von Qualitätsstandards für Beratung mitzuarbeiten.

Dank an die Ausrichter

Bleibt nur noch der Dank an die Kollegen und Kolleginnen der Heidelberger Studien­beratung, stellvertretend für alle seien genannt: Dr. Andreas Barz, der den Anstoß gab, die Tagung in Heidelberg durchzuführen, und Hedi Blumer sowie Sabine Thies, in deren Händen wesentlich die Tagungsorganisation lag. Die Vorbereitung der Tagung nahm etwa ein Jahr in Anspruch. Das Ergebnis war eine professionelle und mit viel Umsicht durchgeführte Tagung, die den Teilnehmer/inne/n wertvolle Anregungen für ihre weitere Arbeit an die Hand gab. Die zuvorkommende Gastfreundschaft des Heidelberger Teams trug ihr Übriges dazu bei, dass die Gäste die Tagung im guter Erinnerung behalten werden.

Kontakt

Stefan Hatz
c/o Universität Greifswald
Zentrale Studienberatung
Rubenowstraße 2
17489 Greifswald
Tel. 03834 86-1297
Stefan.Hatz(at)gibet.de