Gesellschaft für Information, Beratung
und Therapie an Hochschulen e.V.

Umgang mit Unsicherheit

Blick auf den Marktplatz von Hildesheim
© Hildesheim-Marketing

Die Universität Hildesheim hat vom 1. bis zum 4. September 2010 die '''GIBeT-Tagung durchgeführt. Das Thema der diesjährigen Herbsttagung lautete: "Umgang mit Unsicherheit". Die Fachtagung bot die Möglichkeit eines intensiven Austausches zwischen Mitarbeitern von Zentralen Studien­beratungen sowie Psychologischen und Psychotherapeutischen Beratungsstellen.

Im Mittelpunkt standen dabei Themen, mit denen Berater/innen in ihrem Beratungsalltag durch die Klientinnen und Klienten, genauso wie durch die Hochschule und Bildungspolitik aber auch durch unser Beratungsverständnis konfrontiert werden und die häufig genug für Verunsicherungen sorgen – sowohl auf der Seite der Ratsuchenden, als auch aus unterschiedlichen Gründen auf Seiten der Berater. Auf diese Situation will und muss Beratung angemessen reagieren und ebenso damit umgehen können. Wie dies möglich ist, dazu wurden in Workshops und Vorträgen Modelle, Erfahrungen und Ideen ausgetauscht und diskutiert.

Links

www.uni-hildesheim.de
 Tagungswebsite
www.uni-hildesheim.de
Tagungsprogramm

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Gibet_2010_Herbst_Hildesheim.pdf

Tagungsbericht

30 M

Das Unerwartete managen

Schon der Eröffnungsvortrag von Dr. Herbert Asselmeyer, Universtät Hildesheim, schlug auf humorige Art und Weise vom Benennen der möglichen Ursachen von Verunsicherungen zum Umgang mit diesen. Asselmeyer machte deutlich, dass gerade das Bemühen, Systeme der Fehlervermeidung zu installieren, zu Fehlern führen kann. Diese Fehler wirken sich um so gravierender aus, als dass niemand mit diesen Fehlern rechnete. Eine Kultur der Achtsamkeit hingegen nimmt Fehlentwicklungen frühzeitg wahr, so dass sie nicht in (kleine und große) Katastrophen münden müssen.

Doppelte Tagesauftakte

Die beiden Tagungstage wurden mit je zwei Vorträgen eröffnet, die parallel stattfanden. Die positive Resonanz auf die Tageseröffnung gab den Veranstaltern Recht, vom bisherigen Schema abzuweichen. So wurde eine noch größere Themenvielfalt möglich, die die beiden Tage prägte.
Das wurde schon am ersten Tag deutlich: Der Vortrag »Entscheidung unter Unsicherheit – neueste Erkenntnisse der Hirnforschung« von Prof. Dr. Kristian Folta, Universität Hildesheim, nahm auf seine Weise die verunsicherte Person in den Blick. Auf der anderen Seite wurden durch Christina Vocke, Universität Bremen, und Dr. Ulf Bade, Stiftung für Hochschulzulassung Dortmund, das zukünftige Serviceverfahren der Hochschulzulassung vorgestellt. Dieses neue Verfahren soll der Verunsicherungspotential der Zulassungsverfahren der vergangenen Jahre zumindest eindämmen.
In ähnlicher Weise wurden auch am zweiten Tag Person und Organisation in den Mittelpunkt gestellt. Prof. Dr. Nobert Grewe, Universität Hildesheim, näherte sich auf neue Weise dem "Dauerbrenner" des letzten Jahrzehnts: »Mehr Sicherheit oder erlernte Hilflosigkeit – Bologna und die Folgen für das Beratungssystem«. Daneben stand der Vortrag von Dr. Irma Bürger, Universität Potsdam, die für »Beratung aus einer Hand« plädierte, für eine Beratung von Studierenden mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen, die an einer Stelle, und nicht nicht, wie oft üblich, durch die Studienberatung auf der einen und die Behindertenbeauftragten auf der anderen Seite geleistet wird.

Workshops und Ergebnisspaziergang

In einer Vielzahl von Wrokshops wurde deutlich, dass sich Verunsicherungen, z. B. in der Lebensplanung junger Menschen, nicht vermeiden lassen, dass diese aber gleichzeitig auch Potenziale zur Weiterentwicklung bieten. Die vorgestellten Methoden und Werkzeuge sind dabei äußerst vielfältig. Die breite Pallette der angebotenen Themen, mit denen sich die Teilnehmer/innen auseinandersetzten, reichten u.a. von »Online-Studienorientierung in der Beratung«, »Navigation in unsicheren Zeiten«, »Bolognaprozess und die Folgen für das Bildungssystem«, Studieren mit Migrationshintergrund bis zu Self-Assessments. Daneben fanden auch hochschulpolitische Themen wie Fragen der Hochschulzulassung, des Hochschulmarketings sowie der Umgang der Hochschulen mit nicht-traditionellen Studierenden (Zweiter Bildungsweg) Berücksichtigung.
In einem Ergebnisspaziergang am Freitagnachmittag wurden die Ergebnisse der Workshops in Posterform präsentiert. Die Workshopanbieter standen hierzu auch Rede und Antwort. Diese Form der Präsentation wurde von den Teilnehmern der Tagung weitgehend positiv aufgenommen.

Große Tagung

Überhaupt die Teilnehmer: Mit 180 Teilnehmer/innen war die Tagung eine der größten der vergangenen Jahre. Von der großen Resonanz waren die Veranstalter selbst überrascht. Umso beeindruckender mit welcher Lockerheit sie dieses Unerwartete managten. Diese Lockerheit übertrug sich von Martin Scholz und seinem Team – Dinda Fatah, Anna Elise Weiß, Nina Geelhaar, Britta Lehradt und nicht zuletzt Gerhard Höher – auf die Tagungsteilnehmer/innen, die neben den Ergebnissen der Tagung sicherlich auch von ihrer entspannten Atmosphäre ein gutes Stück mit an ihre Heimathochschulen nehmen.

Kontakt

Juliane Just-Nietfeld
c/o Universität Göttingen
Zentrale Studienberatung
Wilhelmsplatz 2
37073 Göttingen
Tel. 0551 39-7846
Juliane.Just-Nietfeld(at)gibet.de

Kontakt

Martin Scholz
c/o Zentrale Studienberatung
Universität Hildesheim
Marienburger Platz 22
31141 Hildesheim
Tel. 05121 20655-12
studienberatung(at)uni-hildesheim.de

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Tagungsevaluation