Gesellschaft für Information, Beratung
und Therapie an Hochschulen e.V.

Klein aber fein. Tagung der Arbeitskreise in Vechta

Blick auf die Universität in Vechta
Eine Universität im Grünen: Vechta.
© C. Schlegelmilch

Vom 16. bis zum 18. Februar 2011 fand an der Universität Vechta die diesjährige Tagung der Arbeitskreise statt. Auf dieser Tagung erlebte die ´´´GIBeT die Neukonstituierung gleich mehrer Arbeitskreise. Anja Siemer und ihr Team sorgten mit viel Umsicht für den dafür notwendigen Rahmen.

Verlängerter Tagungszeitraum

Der erste Blick auf die Landkarte wirkt nicht gerade ermutigend: Das kleine Vechta liegt für bundesrepublikanische Verhältnisse am Rande der bekannten Welt. Die Anreise für die Teilnehmer einer Arbeitskreistagung wird lang. Anja Siemer hat aus dieser Not eine Tugend gemacht. Damit sich die Anreise lohnte, wurde der Beginn der Tagung auf den Mittwochnachmittag vorverlegt. Ein Eröffnungsvortrag am Mittwoch und thematisch aufeinander abgestimmte Workshops am Donnerstagvormittag bildeten so den Auftakt der Tagung.

Links zur Tagung

www.gibet.de
Tagungswebsite
www.gibet.de
Tagungsprogramm

Beratung in verschiedenen Kontexten

Längst finden nicht mehr nur die klassischen Studieninteressierten (Deutsche mit Abitur, ggf. Dienst, dann Studium) den Weg in die Studienberatung. Einen großen Anteil haben inzwischen Studieninteressierte mit Migrationshintergrund. Wenn auch der Eröffnungsvortrag von Prof. Yvette Völschow unter dem Thema „Studium und Migration: Potential oder Herausforderung?“ zunächst zeigte, dass die Definition von Migrationshintergrund durch das Statistische Bundesamt offensichtlich zu weit gefasst ist: Bei Migrant/-inn/-en handelt es demnach sich um diejenigen, „die nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugezogen sind, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer/-innen und alle in Deutschland Geborene mit zumindest einem zugezogenen oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“ (Quelle: Statistisches Bundesamt). So konnte Frau Prof. Völschow doch anhand beeindruckenden statistischen Materials zeigen, dass selbst unter dieser weiten Definition Studierende mit Migrationshintergrund an deutschen Hochschulen so gut wie nicht stattfinden.

Vertiefung in Workshops

Vertieft wurde der Umgang mit Studierenden mit Migrationshintergrund in einem entsprechenden Workshop am Donnerstag. Am Donnerstagvormittag rückten aber noch zwei weitere neue Kontexte der Beratung ins Blickfeld: Studieninteressierte aus nicht-akademischen Elternhäusern und – ein zwiespältiges Thema – Eltern in der Beratung.

Hochschulzulassung

Aus aktuellem Anlass nahmen die Veranstalter kurzfristig noch einen Vortrag von Dr. Ulf Bade, Geschäftsführer der Stiftung für Hochschulzulassung, in das Programm auf, der über den immer wieder spannenden Stand der Entwicklung des Dialogorientierten Serviceverfahrens berichtete.

Konstituierung neuer Arbeitskreise …

Unter den Arbeitskreisen, die sich in Vechta erstmals zusammenfanden, ist zuerst der Arbeitskreis „Beratung aus einer Hand – Studium und Behinderung“, Leitung Irma Bürger und Christoph Beier, zu nennen. Ziel des Arbeitskreises soll es sein, über notwendige Qualifikationen für eine kompetente Beratung von Studieninteressierten und Studierenden mit Behinderung/chronischer Krankheit nachzudenken und zu planen, wie diese Kompetenzen zu erwerben sind.
Sodann traf sich auch erstmals der Arbeitskreis „Zentrale Studienberatungen an kleinen Hochschulen“ unter der Leitung von Sabine Kröger und Mareile Hankeln. Studienberater/-innen an kleinen Hochschulen haben nicht nur eine Vielfalt, sondern auch eine Vielzahl von Aufgaben im Alltagsgeschäft. Dabei kommt der kollegiale Austausch schnell zu kurz – oft schon, weil es keine unmittelbaren Kolleg/-inn/-en gibt, mit denen sie sich besprechen können. Der Austausch über die Mindestanforderungen an ZSBen vor Ort steht in diesem Arbeitskreis deshalb im Mittelpunkt.
Schon im Oktober auf Initiative von Jochen O. Ley gegründet, war jetzt erstmals der Arbeitskreis „Interne Kommunikation und Schnittstellen zwischen Callcentern, Universitätsverwaltung und Fakultäten“ auf einer AK-Tagung vertreten. Hier finden die Mitarbeiter/-innen der Call-Center zusammen. Callcenter an Universitäten sind in doppeltem Sinne Dienstleister: für Studieninteressierte und Studierende (extern) und für die Verwaltung (intern). Daraus können sich verschiedenen Problemfelder ergeben: ob bei der Abstimmung, dem Informationsfluss oder der Frage der Abgrenzung von Aufgaben. Ziel des Workshops ist es, die Felder zu benennen, und Lösungsstrategien zu erarbeiten.

… und alte Arbeitskreise mit neuem Schwung

Der Arbeitskreis „Qualifizierung und Professionalisierung von Studienberatern“ fand sich unter der neuen Leitung von Christiane Westhauser neu zusammen. Der Arbeitskreis befasst sich seit vielen Jahren mit dem Thema der Fortbildung von Studienberater/-innen. Aktuell hat sich der AK die Aufgabe gestellt, auf der Grundlage des vorliegenden Fortbildungscurriculums  Kriterien zur Akkreditierung von Anbietern und Modulen sowie Lernziele der definierten Module zu entwickeln. Im nächsten Schritt plant der AK, bis zur MV in Basel eine Übersicht zur Verzahnung des Curriculums mit den zugrundeliegenden Aufgabenfeldern und erforderlichen Kompetenzen zu erarbeiten:
Zuletzt traf sich auch der Arbeitskreis „Psychologische und Psychotherapeutische Beratung an Hochschulen“ unter der Leitung von Ingrid Heimbach. Ausgangspunkt in diesem Workshop waren typische Beratungsanliegen aus dem Feld der psychologischen Beratung Studierender. Die Teilnehmer/-innen entwickelten zu kurz skizzierten Fällen Hypothesen und einen Behandlungsplan. In der Diskussion der verschiedenen Vorgehensweisen ging es um die Frage, ob unterschiedliche Berater/-innen und Einrichtungen in ihrem Beratungshandeln und ihren methodischen Ansätzen sehr stark voneinander abweichen oder ob die Gemeinsamkeiten überwiegen.

Dank an die Ausrichter

Anja Siemer hatte sich im Sommer 2010 auf Zuruf des Vorstandes bereit erklärt, die Arbeitskreistagung in Vechta auszurichten. Mit viel Engagement haben sie und ihr Team im kleinen Vechta eine feine Tagung gestemmt. Die mit über Sechzig für eine Veranstaltung dieser Art hohe Teilnehmerzahl bestätigte Anja Siemers Konzept einer AK-Tagung mit Vorlauf. Dafür sei ihr und ihren Helfern herzlich gedankt.

Kontakt

Anja Siemer
Leitung Zentrale Studienberatung
Universität Vechta
Driverstraße 22
49377 Vechta
Tel. 04441 15-379
anja.siemer(at)uni-vechta.de